Ein Foto auf Irrwegen

Rares Jugendbild von Carlos Kleiber tauchte erst nach Jahrzenten wieder auf

Carlos KLeiber Buenos Aires 1953

 

Öffentlich zugängliche Fotos von Carlos Kleiber aus seiner Jugend und frühen Karrierephasen sind rar. Aus der Emigrationszeit in Südamerika kannte ich gar nur eines aus dem Jahr 1940 aus dem Archiv des Teatro Colon, das Carlos Kleiber mit seiner Schwester Veronika zeigt. Umso erfreuter war ich, als ich vor einigen Jahren über einen eingeschworenen Kleiber-Fan mit guten Kontakten ein Foto erhielt. Es stammte aus einer mysteriösen Wiener Musikerquelle ohne Hinweis auf Umstände und Fotografen. Auf der Rückseite war lediglich „Buenos Aires 1953“ vermerkt.

Meine Recherchen über Kleibers zuvor gänzlich unbeleuchtete Zeit in Argentinien, Chile, Kuba, Uruquay und New York waren langwierig und verdichteten sich erst nach und nach zu einem stimmigen Ganzen. Der Kontakt etwa mit Ljerko Spiller und seiner Gattin Carola, Schwester von Michael Gielen, ergab sich erst verhältnismäßig spät, als ich mich intensiv mit Kleibers letzter Konzertour mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks befasste.

Erst über dessen Konzertmeister Antonio Spiller, gelang es mir endlich, mit seinen in Buenos Aires lebenden Eltern zu sprechen. Erich Kleiber pflegte engen Kontakt zu dem sehr bedeutenden Musiker und Musikpädagogen Ljerko Spiller und seiner Frau. Auch seine Kinder Veronika und Carlos waren oft bei der Familie zu Besuch.

Ljerko Spiller fragte ich natürlich auch nach Kleiber-Fotos. Er konnte sich indessen nur an eines erinnern, das er selbst aufgenommen und später einer Wiener Musikerin ausgeliehen hatte. Indessen, das Foto fand nie wieder den Weg von Wien zurück zu dem mittlerweile sehr hoch betagten Emigranten kroatischer Herkunft.

So schlummerte das Foto jahrzehntelang im Archiv der Musikerin, bis ich es schließlich in Händen hielt. Auch zur Freude von Ljerko Spiller und nicht zuletzt seines Sohns Antonio, der nicht mehr wusste, dass er einmal als Junge mit Carlos und Veronika Kleiber abgelichtet wurde.

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Translation in English

Money and Fear

 

I have got for years and futher get many mails from people all over the world in case of an English translation of my biography of Carlos Kleiber, but still the editors obviously are not shure about Carlos Kleibers popularity and also are anxious about costs of translating such a large book. Seems that any do not know that Goethe-Institute for example could hlp in that case. In Japan nobody bothered about that, one edition followed the other. So, I only can tell you, wait and will see what happens ...

Ich bekomme seit Jahren und weiterhin viele Anfragen aus der ganzen Welt, wann denn nun eine englische Übersetzung meiner Biografie über Carlos Kleiber erscheint. Noch aber scheint es so, dass Zweifel an Kleibers Popularität und Bedenken wegen der Kosten einer Übersetzung eines so umfangreichen Buchs dies hemmen oder verzögern. Offenbar ist Verlagen auch nicht unbekannt, dass beispielsweise das Goethe-Insitut bei Übersetzungen unterstützen können. In Japan kümmerte all das niemand, dort erschien eine neue Auflage der Übersetzung nach der anderen. Nun, wir werden sehen, wie es sich entwickelt ...

Alexander Werner, 04/2013

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