Frühe Kontakte zu Plattenlabels

 

Gespräche mit Decca 1959

 

Ergänzung S. 59


Dass sich bereits 1959 John Culshaw, bekannter Produtent der Decca, um Carlos Kleiber bemühte, habe ich in der 2. Auflage meines Buchs angefügt. Kleiber war zu dieser Zeit jedoch nicht bereit, für ein solch prominentes Label ins Plattenstudio zu gehen. Ob er dies für ein kleineres Label unter Pseudonym getan hätte oder hat, ist eine andere Frage.

Culshaw arbeitete damals kurz auch für Capital Records, um - letzlich erfolglos - eine klassische Abteiling aufzubauen und suchte wohl auch junge Talente für junge Labels.

Möglicherweise hatte er auch mit Valiant zu tun, das Label, bei dem eine Platte mit Strauß-Walzern erschien, bei der ein gewisser, niemandem bekannter Fritz Kleiber das Vienna Festival Orchestra dirigierte. Mehr dazu in meinem Buch. Seit dessen Erscheinen ergaben weitere Recherchen allerdings, dass die Indizien, dass der Dirigent bei Valiant möglicherweise Carlos Kleiber sein könnte, sich wohl nicht bestätigen lassen und eine anderen Kapellmeister dieses Pseudonym gewählt hatte. Allerdings hatte Carlos Kleiber beim Schweizer Rundfunk in Bern bereits sehr früh Studioaufnahmen gemacht, wobei als Begleiter am Klavier von Paul Späni. Diese Aufnahmen müssen indessen als gelöscht und somit verloren gelten.

Die Valiant-Erwägungen habe ich in der TB-Ausgabe, quasi der dritten Auflage der Biografie, bereits variiert. Grundsätzlich aber sind die dargestellten Gepflogenheiten, Pseudonyme zu verwenden, recht aufschlussreich. Sp sprechen einige Hinweise dafür, dass Carlos Kleiber früh Auftritte hatte, möglicherweise auch unter Pseudonym.

 

Näheres zu Decca nachzulesen bei:

 

John Culshaw: "Putting the record straight", London 1981, Reprint 1982

 

Decca

 

Culshaw schreibt:

"I failed in the case of Carlos Kleiber, whose father had made several of the records which served to put Decca on the classcical map in the early days of LP. Erich Kleiber did everything in his power to prevent his son from becoming an conductor, but even as early as 1959 - three years after his father`s death - there were rumours that Carlos was showing an exceptional talent. I arranged a meeting with him when we were both changing planes at Frankfurt airport in March 1959, but he was vague about the prospect of recording and so was no point in pursuing him: if he was vague and Rosengarten uninterested the whole thing was a waste of time."

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